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Kindererziehung

Altersversorgung und Kindererziehung

Mutter-Kinder-Winter

Erziehen Mutter und Vater ihr Kind gemeinsam, ohne dass der Erziehungsanteil eines Elternteils überwiegt, erhält grundsätzlich die Mutter die Kindererziehungszeit.

Diese Bestimmung aus dem aktuellen Sozialgesetzbuch (§ 56 Abs. 2 SGB VI) wirft ein Schlaglicht auf eine der Hauptursachen, warum in früheren und zum Teil noch in der jetzigen Rentner*innen-Generation Frauen im Durchschnitt Altersbezüge erhalten, die deutlich niedriger sind als die der Männer.

Das liegt u. a. daran, dass früher die Kindererziehung nahezu ausschließlich von den Frauen übernommen wurde, die dafür ihre rentenversicherungspflichtige Beschäftigung oftmals unterbrachen oder gar aufgaben. Ohne Beschäftigung erwarben sie aber auch keine Rentenansprüche –

bis zur Einführung der Kinderziehungszeiten.  

Kinderziehungszeiten in der gesetzlichen Rente

In der gesetzlichen Rentenversicherung wurde die „Kinderziehungszeit“ im Jahre 1986 eingeführt – anerkannt wurde zunächst pro Kind ein Jahr Kinderziehungszeit.

  • Heute gilt: Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, werden zweieinhalb Jahre (30 Monate) Kinderziehungszeit angerechnet, für Kinder, die nach 1992 geboren wurden, gibt es drei Jahre.

Damit kann eine Frau heute für die Erziehung eines Kindes 36 Monate Kinderziehungszeit in gesetzlichen Rente in Anspruch nehmen, während derer sie in etwa so gestellt wird, als hätte sie Beiträge aufgrund des Durchschnittsverdienstes aller Versicherten gezahlt.

Nähere Informationen zu den Erziehungszeiten in der gesetzlichen Rente finden Sie in deren

Auch bei der Betriebsrente der BVK Zusatzversorgung werden Elternzeiten rentensteigernd berücksichtigt.

Das fiktive zusatzpflichtige Entgelt bei Elternzeit in der Zusatzversorgung
Frau-am-Schreibtisch

Für jeden Kalendermonat, in dem ein zusatzversorgungspflichtiges Arbeitsverhältnis wegen einer gesetzlichen Elternzeit ruht, wird von der BVK Zusatzversorgung für jedes Kind, für das ein Anspruch auf Elternzeit besteht, ein fiktives zusatzversorgungspflichtiges Entgelt von 500 € für die Berechnung der Rentenanwartschaft berücksichtigt.

Die Gemeinsamkeiten mit der gesetzlichen Rente sind:

  • Die Gewährung von Rentenanwartschaften, ohne dass Beiträge dafür eingezahlt werden.
  • Der Zeitraum von maximal 36 Monaten, in dem die Regelung gilt.

Die Unterschiede zur gesetzlichen Rente sind:

  • Die Kopplung an die gesetzliche Elternzeit.

Bei der gesetzlichen Rente werden die Kindererziehungszeiten auch dann gewährt, wenn man z. B. das Beschäftigungsverhältnis kündigt. Bei der Zusatzversorgung ist das nicht der Fall. Da es sich um eine betriebliche Altersversorgung handelt, soll der Arbeitgeber eine Perspektive haben, dass die Arbeitnehmer*in die Beschäftigung wiederaufnimmt. Das ist bei einer Elternzeit, während derer das Beschäftigungsverhältnis nur ruht, gegeben.

  • Die Höhe der gewährten Anwartschaft:

Bei der gesetzliche Rente werden pro Jahr Kindererziehungszeit 0,9996 Entgeltpunkte gewährt. Das entspricht aktuell einer Anwartschaft von rund 34 €.

  • Die Regelung der Zusatzversorgung ergibt auf der Basis der Berechnungsformel bei einer z. B. 30jährigen Frau eine Anwartschaft von 4 € pro Jahr Elternzeit.

Ist das nun wenig oder viel? Zu bedenken ist:

  • Die Betriebsrente ist eine zusätzliche Versorgung, welche die gesetzliche Rente nur ergänzt. Derzeit liegt die durchschnittliche Höhe der von BVK Zusatzversorgung ausgezahlten Altersrenten bei ca. 340 €.
  • Die kinderziehungsbedingte Anwartschaft wird in der Zusatzversorgung alleine vom Arbeitgeber finanziert. Bei der gesetzlichen Rente verteilen sich die Kosten für die Kindererziehungszeiten auf die Gesamtheit aller Beitragszahler – das sind die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer. Zudem leistet der Bund einen Zuschuss zur Finanzierung aus Steuermitteln.